Strafvollzug

Das Ziel des Strafvollzugs ist gemäss Art. 75 Abs. 1 StGB die Förderung des sozialen Verhaltens des Gefangenen, insbesondere die Fähigkeit, straffrei zu leben. Der Strafvollzug hat den allgemeinen Lebensverhältnissen so weit als möglich zu entsprechen, die Betreuung des Gefangenen zu gewährleisten, schädlichen Folgen des Freiheitsentzuges entgegenzuwirken und dem Schutz der Allgemeinheit, des Vollzugspersonals und der Mitgefangenen angemessen Rechnung zu tragen.

Die Strafe bezweckt die „Bestrafung“ des Täters für sein begangenes Delikt, welche abhängig von seinem Verschulden ist. Die Strafe ist zeitlich befristet. Sie kann nach bestimmten Vorgaben bedingt oder teilbedingt ausgesprochen werden.

Kurze Freiheitsstrafen bis zu 6 Monaten und Ersatzfreiheitsstrafen werden üblicherweise getrennt von der Untersuchungshaft in Untersuchungsgefängnissen vollzogen. Freiheitsstrafen bis zu 12 Monaten sind in der Regel in Form von Halbgefangenschaft zu verbüssen, wozu spezielle Institutionen oder Abteilungen zur Verfügung stehen. Bei langen Freiheitsstrafen erfolgt die Einweisung in eine offene oder geschlossene Einrichtung.

Die Einweisung hängt von der jeweiligen Einschätzung des Rückfallpotentials des Täters ab, der Gefährlichkeit, der Fluchtgefahr, der Strafdauer und der Schwere der Tat. Gefangene, die zwei Drittel der Strafe verbüsst haben können bei einer guten Legalprognose bedingt entlassen werden.

nach oben Letzte Änderung 28.08.2014